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Biomassepark Hugo

Nutzung ehemals bergbaulich genutzter Flächen zur regenerativen Energieerzeugung

Auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlebergwerkes Ewald / Hugo in Gelsenkirchen-Buer wird das Pilotprojekt „Biomassepark Hugo“ umgesetzt. Nach der Schließung zahlreicher Bergwerke suchte die RAG Montan Immobilien GmbH nach innovativen Lösungen die Brachflächen einer Wertschöpfung zuzuführen und fand eine Möglichkeit mit energiewirtschaftlichem Bezug: Ein Forschungsvorhaben mit Biomasseproduktion zur energetischen Verwertung im urbanen Raum.


Ingesamt wurde auf dem Bergwerk über 130 Jahre Kohle gefördert, der erste Schacht wurde hier bereits 1873 geteuft. Im Jahre 2000 erfolgte die Schließung und der teilweise Rückbau der Gebäude und Betriebsanlagen. Das bergrechtliche Verfahren beinhaltet die Sanierung der belasteten Bodenmassen sowie des Grundwassers. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurde die Fläche für den Anbau von schnell nachwachsenden Hölzern hergerichtet. Die für die Biomasseproduktion verfügbare Fläche ist 22 ha groß, liegt in einer leichten Senke und wurde zunächst 2 – 3 m mächtig übererdet. Damit wird eine ausreichende durchwurzelbare Schicht sichergestellt und das Wasserspeichervermögen des Bodens deutlich erhöht. Das sind zum einen wichtige Attribute für das Wachstumspotential der Biomasse. Zum anderen wird der Niederschlagseintrag in das Grundwasser dadurch deutlich reduziert, was wiederum der Sanierungsmaßnahme Grundwasser sehr entgegen kommt. Die Nutzfläche wurde anschließend mit unterschiedlichen Baumarten bepflanzt. Es handelt sich um eine Versuchsfläche. Aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen werden in der Pflanzenauswahl Pappeln und Weiden bevorzugt, dabei jedoch unterschiedliche Sorten getestet. Der Standort wird in 2 oder 3 Baufeldern sukzessive hergerichtet. Die Randbereiche werden mit Hecken und höherwertigen Baumarten sowie Sträuchern bepflanzt.
Bewirtschaftet wird die Fläche von einem Pächter. Damit ist die ehemalige Industriefläche, die sonst lediglich als „minderwertige Grünfläche“ verblieben wäre, in Wert gesetzt und damit einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt.


Das Projekt Biomassepark Hugo wird wissenschaftlich begleitet und in enger Zusammenarbeit zwischen der RAG Montan Immobilien GmbH, der RAG Aktiengesellschaft, dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Regionalforstamt Ruhrgebiet umgesetzt. Gemeinsam wird geprüft, ob und wie durch den Biomasseanbau diese Flächen wieder in das städtische Umfeld eingebunden und in den Wirtschaftskreislauf rückgeführt werden können. Die Lage solcher Brachflächen im urbanen Umfeld macht es zwingend nötig, die Folgenutzung durch physisch-gestalterische und inhaltlich-soziale Maßnahmen in die Umgebung einzubinden. Deshalb ist ein weiterer Bestandteil des Vorhabens die Untersuchung, wie die Kurzumtriebsflächen – als zunächst reine Monokulturen – durch eine geeignete städtebauliche und landschaftliche Gestaltung wie z.B. Wegesysteme und ökologische Kompensationsmaßnahmen mit dem Umfeld verknüpft werden können. Die ersten Ergebnisse am Standort Hugo werden genutzt um zeitnah weitere Standorte mit und um das Produkt Biomasse zu entwickeln.


Ein Teil der Aufforstungsfläche ist Bestandteil einer forstwirtschaftlichen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Unter wissenschaftlicher Begleitung untersucht das Kooperationsprojekt „In2Wood“ die Wachstumsbedingungen von Pappeln und Weiden auf vergleichbaren Böden, aber unter gegensätzlichen Klimabedingungen - in Buer und im serbischen Bezirk Kolubara in der Nähe von Belgrad. 

Seit 2013 wird am Rande des Hugo-Geländes eine Fläche zur Teilnahme an der "plant-for-the-planet-Akademie" genutzt. Hier werden 80 Kinder aus Gelsenkirchener Schulen in Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Ruhrgebiet 1000 Bäume als Zeichen für den Klimaschutz pflanzen.

 

Eine Ausführliche Projektbeschreibung der RAG Montan Immobilien GmbH finden Sie hier als PDF (5,7 MB).

 

zum Medienspiegeleintrag vom 18. Dezember 2009 "Biomasse in Sicht"

zum Medienspiegeleintrag vom 25. Juni 2012 "Biomasse für Buer und den Balkan"

zum Medienspiegeleintrag vom 10. März 2013 "Ein Baum und 80 Klima-Botschaftler"

 

 

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Projektbilder

Luftbild des Zechengeländes vor dem Umbau.
Innovative Lösung für brachliegende ehemalige Industriestandorte: "Strukturkonzept urbane Waldnutzung"
Von 2002 bis 2004 erfolgte Rückbau und Abbruch, 2010 der Sanierungsbeginn mit anschließender Bepflanzung.
Für 2015 ist die erste Ernte der schnell wachsenden Bäume geplant.
Im Rahmen eines städtebaulichen Konzeptes wird das Umfeld über Wegesysteme verknüpft, was zur Erhöhung der Akzeptanz in der Öffentlichkeit führt. Fotos: RAG Immobilien GmbH

Kontakt

Klimabündnis Gelsenkirchen-Herten e.V.
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Telefon 0209.167-1004
Telefax 0209.167-1001
E-Mail: info@solarstadt-gelsenkirchen.de

Umbenennung

Im April 2014 wurde der Förderverein Solarstadt Gelsenkirchen umbenannt in Klimabündnis Gelsenkirchen-Herten.