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Energieeffizienter Dampfkessel zur Prozessdampferzeugung bei ThyssenKrupp

Erste Gelsenkirchener Referenzanlage des Klimaschutzprojekts JIM.NRW

Die ThyssenKrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen ist ein weltweit tätiger Hersteller von kornorientiertem Elektroband. Dieser Werkstoff wird zur Herstellung energieeffizienter Transformatoren und Hochleistungsgeneratoren benötigt. Er trägt dazu bei, dass die Verluste bei der Übertragung und Verteilung elektrischer Energie auf ein Minimum reduziert werden.

Im Jahr 2008 wurden vier Dampfkessel, die zur Prozessdampferzeugung dienten, durch einen neuen Kessel ersetzt. Die alten Anlagen aus den Jahren 1989 bis 1993 hielten eine Dampfleistung von insgesamt acht Tonnen pro Stunde vor, der neue Kessel konnte mit einer Leistung von sieben Tonnen pro Stunde kleiner dimensioniert werden. Zur Optimierung der Energieeffizienz ist er mit einem Economizer, einem stufenlosen Brenner und einer O2-Regelung ausgestattet. Der Economizer erlaubt eine bessere Ausnutzung der im Abgas enthaltenen Restwärme. Durch den Einsatz eines stufenlosen Brenners kann die Wärmeleistung besser an den Bedarf angepasst werden und die O2-Regelung führt zu einem optimierten Verbrennungsprozess. Insgesamt ergibt sich durch den neuen Kessel eine Verbesserung des Wirkungsgrades um mehr als 10 Prozentpunkte. Der neue Dampfkessel führt zu einer Verringerung der CO2-Emissionen um ca. 510 Tonnen pro Jahr.

ThyssenKrupp nahm als erstes Gelsenkirchener Unternehmen an JIM.NRW teil. Mit diesem Projekt soll der Klimaschutz vom reinen Kostenfaktor zum Aktivposten für Unternehmen und Kommunen werden lassen. Das Joint Implementation Modellprojekt NRW (JIM.NRW ) richtet sich an Anlagenbetreiber in NRW, die bei ihren Heiz- oder Dampfkesselanlagen deutliche CO2-Reduktionen erzielen können. Dies kann durch den Einbau eines neuen, effizienteren Kessels geschehen, der den Energieverbrauch deutlich senkt oder aber mit einem emissionsärmeren Brennstoff arbeitet. Sowohl Industrieanlagen als auch Bürogebäude und größere Wohnkomplexe können einbezogen werden. Die Teilnehmer speisen ihre CO2-Reduktionen in das Projekt ein und erwirtschaften so handelbare Emissionsrechte.

Projektträger ist die EnergieAgentur.NRW, die JIM.NRW im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie Nordrhein-Westfalen durchführt. JIM.NRW bündelt viele kleinere Effizienzmaßnahmen in einem Pool und macht sie so für eine Vermarktung wirtschaftlich attraktiv. Die EnergieAgentur.NRW wandelt die erzielten CO2-Einsparungen in handelbare Zertifikate um und verkauft sie am Markt. Die Erlöse werden anteilig an die Projektteilnehmer ausgeschüttet. Zudem übernimmt die EnergieAgentur.NRW das Monitoring – das heißt die Prüfung der realisierten CO2-Einsparungen – und bindet internationale Partner in das Projekt ein.

Energieeffizienz und CO2-Reduktion zahlen sich so via Emissionshandel direkt bei den Projektteilnehmern aus. Dadurch können die CO2-Einsparungen in handelbare Zertifikate umgewandelt werden. Die Erlöse aus dem Verkauf der Zertifikate werden von der EnergieAgentur.NRW an die Teilnehmer des Projektes weitergegeben. Für ThyssenKrupp Electrical Steel, ergeben sich bei einem Zertifikatepreis von 15 € pro Tonne zusätzliche Einnahmen in Höhe von ca. 7.650 € pro Jahr. Über die gesamte Projektlaufzeit bis zum Jahr 2012 könnten ca. 34.500 € erzielt werden.


Objektdaten:
ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH
Kurt-Schumacher-Straße 95
45881 Gelsenkirchen

Technische Daten:
Dampfkessel zur Prozessdampferzeugung mit Economizer, stufenlosem Brenner und O2-Regelung

  • Hersteller Kesselanlage: Standardkessel Köthe
  • Brennstoff: Erdgas
  • Wärmeleistung: 4,8 MW
  • Altanlage: vier Erdgas-Dampfkessel
  • Erwartete CO2-Einsparung: 510 t/a
  • Teilnahme am Klimaschutzprojekt JIM.NRW
  • Projektdauer: 2008 - 2012
  • Erwartete Gesamt-CO2-Einsparung: ca. 2.300 t
  • Kalkulierte Einnahmen aus Zertifikaten: 34.500 Euro

weitere Informationen über JIM.NRW - Joint Implementation Modellprojekt NRW

 

 

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