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Blockheizkraftwerk in Bulmke-Hüllen

Evangelische Kirchengemeinde Bulmke-Hüllen weiht Rapsöl-Blockheizkraftwerk ein

Gelsenkirchen. Zwei Kirchengemeinden sind zusammengewachsen: Bulmke und Hüllen. Quasi als Nebeneffekt des Zusammenschlusses konnten die Gemeinden zukunftsweisende Architektur mit hochmoderner Energieversorgung realisieren. Im Zuge des Zusammenschlusses war die Modernisierung des Gemeindezentrums notwendig geworden. Das verfügt jetzt, zusammen mit dem nebenstehenden Wohnhaus mit 17 Wohneinheiten, über ein mit Pflanzenöl betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW). So ist das Gemeindehaus nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Aushängeschild in Sachen Energieeffizienz.  Aus Anlass der „Woche der Europäischen Biomassetage“, weihten Architektin und Kirchenvertreter am 30.09.2005 die neue Anlage ein.

 

Energieagentur NRW mit im Boot

Pfarrer Henning Disselhoff von der evangelischen Kirchengemeinde Bulmke begründete das Engagement: „Die Kirchengemeinde leistet hierdurch einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für die Entwicklung Gelsenkirchens zur Solarstadt. Sie zeigt zukunftsweisende Konzepte für die Gemeinde- und Stadtteilarbeit auf und beweist, dass Zukunftstechniken auch heute schon lohnenswert sind“. Unterstützung erhielt die Gemeinde u. a. vom Land NRW, das den Umbau mit 20.000 Euro förderte, und von der Energieagentur NRW, die fachliches Know-how lieferte.

 

Alternative zu Gas und Öl

Das Gemeindehaus wird nicht nur als Begegnungsstätte genutzt. Bis zu 80 Essen werden dort seit dem Umbau für Senioren und Jugendliche täglich am Mittagstisch ausgegeben. Die energetische Ausstattung musste für die erweiterten Raumansprüche des Gebäudes entsprechend dimensioniert werden.

Bisher wurden die Gebäude durch eine Gasheizzentrale versorgt, die jedoch erneuerungsbedürftig war. „Think big“ - unter Effizienzgesichtspunkten bot sich die Einbeziehung des angrenzenden Mehrfamilienhauses an. Das nun installierte BHKW bietet den Vorteil, dass es nicht nur Wärme, sondern auch Strom produziert. „Ab ca. 2000 Quadratmetern Nutzfläche wird die Versorgung mit Hilfe einer KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) attraktiv“, so die zuständige Architektin Wanda Kleihues van Tol. „Im Gegensatz zum Einfamilienhausbereich kommen solche Größenordnungen in Gemeindehäusern und Mehrfamilienhäusern häufig vor und es ist unbedingt lohnenswert über alternative Energieversorgungen nachzudenken“, so die Architektin.

Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von erneuerbaren Energien die CO2 -Ausstöße drastisch reduzieren. Denn Pflanzenöl ist bei der Verbrennung CO2 -neutral. Mittlerweile ist es aufgrund der steigenden Gas- und Ölpreise zudem billiger als herkömmliches Heizöl. Im Normalbetrieb übertrifft die Menge des im BHKW erzeugten Stromes den Bedarf von Gemeindezentrum und Wohnhaus. Es wird etwa dreimal so viel Strom produziert, wie gebraucht wird. Der Überschuss wird in das öffentliche Netz eingespeist und durch eine Einspeisevergütung (19,5 Cent pro Kwh) rentieren sich die zusätzlichen Investitionen.

Weitere Informationen:

www.kleihues-van-tol.de

www.tippkoetter.de

www.kirchengemeinde-bulmke.de/gemeindehaus/gh3.html


Ansprechpartnerin bei der Energieagentur:

Energieagentur NRW
Verena Müller
Kasinostraße 19-21
42103 Wuppertal
Tel. 0202/ 24552-29
E-mail: verena.mueller@ea-nrw.de
www.ea-nrw.de

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