

Die erste Solarsiedlung des Ruhrgebietes entstand infolge eines Aufrufs der "Landesinitiative für Zukunftsenergien NRW" zu "50 Solarsiedlungen in NRW", der im Jahr 1997 erfolgte. Als ideal für dieses Programm erwies sich ein stadteigenes Wohnungsbaugelände, das im Rahmen des "Stadtteilprogramms Gelsenkirchen-Bismarck/Schalke-Nord" entwickelt worden und von der IBA Emscher Park bis dahin bei der solarenergetischen Vorprüfung und der Investorensuche bereits unterstützt worden war.
Im Sommer 1998 waren alle Bedingungen für den Status "Solarsiedlung in Planung" erfüllt. Die beiden Investoren Bau + Grund aus Gelsenkirchen und Interboden aus Ratingen waren bereit, jeweils 36 Einfamilienhäuser zu bauen, für die zwei unterschiedliche energetische Konzepte gewählt wurden.
Die Warmwasserversorgung wird zu über 60 % und die Stromversorgung zu über 50 bzw. über 33 % durch Sonnenenergie erzeugt. Die Niedrigenergiehäuser unterschreiten die Bestimmungen der Wärmeschutzverordnung 1995 noch um 25 % (Wärmebedarf durchschnittlich 37 kWh/m²a).
Die Haustechnik ist ebenfalls auf Energiesparen ausgelegt: Waschmaschinen und Geschirrspüler werden an die solare Warmwasserbereitung angeschlossen (= 35 % Stromersparnis), alle Häuser erhalten Kochgasanschlüsse (40 % Kraftwerksleistung wird gegenüber Elektroherden eingespart). Der berechnete CO2-Ausstoß liegt für die Häuser bei jährlich 2,9 t. Gegenüber konventionellen Neubauten gleicher Größe ist das eine Einsparung von 55 %, gegenüber Niedrigenergiehäusern immer noch eine Verminderung von 30 %. Eine wissenschaftliche Begleituntersuchung durch den TÜV Rheinland überprüfte zwei Jahre lang die tatsächlichen Temperaturen und Verbrauchszahlen.
Die B + G-Häuser erhielten je 5 m² dachintegrierte Solarkollektoren und Photovoltaik-Elemente mit je 1,5 kWp Leistung, alle Häuser werden einzeln versorgt. Die Interboden-Häuser erhielten 5 m² Solarkollektoren als Verschattungselemente über den Südfenstern. Die PV-Elemente mit 1 kWp wurden ebenfalls über den Fenstern montiert, aber auch auf den Gründächern aufgeständert. Hier wurde die Energieversorgung in Gruppen von 5-10 Häusern durch Kopfstationen kostengünstig zusammengefasst.
Die überwiegend im Winter benötigte zusätzliche Heizenergie wird durch Erdgas in Brennwertkesseln erzeugt. Errichter, Betreiber und Eigentümer der Energieerzeugungsanlagen ist die Emscher Lippe Energie (ELE) GmbH. Die ELE rechnet die erbrachten Energiedienstleistungen direkt mit den Kunden ab.
Ansprechpartner / Projektbeteiligte:
Weitere Informationen und eine Broschüre über die Solarsiedlung finden Sie hier.
Zum 10-jährigen Bestehen der Solarsiedlung Sonnenhof ist ein Buch erschienen. Weitere Informationen darüber finden Sie hier.