


v.l.n.r.: Dr. Hanns-Ferdinand Müller, CFO der RWE Effizienz GmbH; Christa Thoben, Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen; Ulrich Küppers, Geschäftsführer der THS Wohnen GmbH; Prof. Karl-Heinz Petzinka, Vorsitzender der Geschäftsführung der THS Wohnen GmbH; Frank Baranowski, Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen. Fotos: Manfred Vollmer für THS
Mit Elektroautos fährt man fast lautlos und emissionsfrei durch die Lande – das macht sie insbesondere für Innenstädte und Wohnquartiere in Ballungsräumen so interessant. Zudem wird der CO2-Ausstoß um ein Maximum reduziert. Diese Vorteile vor Augen baut die THS Wohnen als nachhaltig orientiertes Unternehmen eine eigene Flotte mit Elektrofahrzeugen auf.
Das Besondere: Die ersten fünf Fahrzeuge setzt der Wohnungsbaukonzern insbesondere in mieternahen Projekten zur Unterstützung von Serviceleistungen, Nachbarschaftshilfen und zur Verbesserung der Lebensqualität in den Quartieren im Ruhrgebiet ein. Gelsenkirchen beschert das Projekt die erste öffentliche Schnellladestation am THS Hauptsitz Nordstern, worüber sich zur Einweihung auch NRW Ministerin Christa Thoben und Oberbürgermeister Frank Baranowski freuen. Fahrzeuge und Ladetechnik stammen vom Energiekonzern RWE, der die Pakete seit vergangenem Jahr anbietet und heute die ersten Fahrzeuge überhaupt an einen Einzelkunden innerhalb der Aktion übergibt.
Beispielhafte Clusterarbeit der „Energie-Region.NRW“
Es ist eine Geschichte, wie sie so recht nach dem Geschmack der Wirtschaftsministerin sein dürfte: Im Oktober 2009 hatte der Energiekonzern RWE auf dem Gemeinschaftsstand der metropoleruhr anlässlich der Immobilien Messe Expo Real ein außergewöhnliches Paket vorgestellt. Elektroauto plus moderner Schnellladestation aus eigener Entwicklung plus Autostrom-Vertrag mit Ökostrom zum Festpreis. Was für die Messe insbesondere als Kommunikationsplattform für die kommunalen Vertreter gedacht war, stieß bei der Geschäftsführung der THS Wohnen auf unmittelbares Interesse. Der Immobilienkonzern ist bereits seit 2004 nach dem EMAS Standard umweltzertifiziert und beobachtet systematisch alle innovativen Entwicklungen, die zur Erreichung der eigenen, hochgesteckten Umweltziele beitragen können.
Die CO2-Emmissionen der eigenen Bestände hat der Konzern seit 1990 beispielweise um 48,5 Prozent verringert und übererfüllt damit deutlich die bereits ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag von 2009 ihre Zielsetzung mit 40-prozentiger Reduzierung von 1990 bis 2020 festgelegt hat. Akteure, Projektinhalt und Zusammenspiel sind somit beispielhaft für das EnergieWirtschaftscluster „Energie-Region.NRW“.
Eng mit den zentralen Fragestellungen Urbanität und Infrastruktur befasst, war für Karl-Heinz Petzinka, Vorsitzender der THS Geschäftsführung, früh klar: Elektromobilität wird für die zukunftsfähige Entwicklung der metropoleruhr ein wichtiger Baustein sein – und Mobilität hat ihren Ausgangspunkt in den Wohnquartieren, von denen die THS mehr als 350 in der Ruhrregion besitzt und damit etwa 120.000 Menschen ein Zuhause gibt. Im Sinne der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie will die THS aber mehr erreichen, als nur eine ökologische Dienstwagenflotte einzurichten.
THS setzt E-Mobile in Projekten mit und für die Mieter ein
„Nachhaltigkeit definieren wir umfassend als Zusammenspiel von ökologischem, ökonomischem und sozialem Handeln“, erläutert Karl-Heinz Petzinka. „Wir haben im vergangenen Jahr die größte Solaranlage auf einer Wohnsiedlung in Deutschland in Betrieb genommen und stellen inzwischen ökologisch produzierten Strom zur Verfügung, der den CO2-Ausstoss um jährlich etwa 768 Tonnen reduziert. Das Projekt trägt sich durch die Vergütungsanreize, die das EEG garantiert. Selbst wenn das jetzt kontrovers diskutiert wird – genau dafür wurden und werden solche Anreize geschaffen. Sie sollen innovativen Techniken, die unsere Umwelt schützen und zugleich unserer Wirtschaft nützen, zum Durchbruch verhelfen. Und wir haben in unserer Solarsiedlung erkennen können: Die Mieter hatten zunächst kaum Kenntnis über Solarenergie. Wir haben sie informiert und für ein solches Projekt begeistern können. Sie wohnen in einem Quartier, das einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leistet und darauf sind sie auch ein wenig stolz. Sie identifizieren sich mit der Siedlung und die Attraktivität für Neumieter ist gestiegen. Damit war dann auch quasi schon eine erste Projektidee für den Einsatz unserer E-Mobile geboren. Wir wollen der Idee von CO2-freier Stromerzeugung und CO2-freier Energienutzung ein unmittelbares Bild geben und den Mietern in Gelsenkirchen-Schaffrath ein E-Mobil durch ein Car-Sharing-Angebot zur Verfügung stellen“.
„THS bEwegt“ bringt Fahrzeuge und Lade-Infrastruktur in die Wohnquartiere
Mit der Übernahme der ersten zwei von zunächst fünf Fahrzeugen unterstützt die THS auch den Ausbau des Netzes der Elektro-Ladestationen in der Ruhrmetropole. Jedes Fahrzeug wird mit einer sogenannten „intelligenten“ Ladestation übernommen, einer eigenen Entwicklung von RWE in Zusammenarbeit mit dem Daimler-Konzern. Heutige Batterie-Standards sind bereits nach drei Stunden voll aufgeladen, mit den nächsten Batteriegenerationen strebt man Ladezeiten von unter 30 Minuten an, wofür die Ladestation bereits ausgelegt ist.
Mit dem Anspruch, auch die Menschen in den Quartieren auf die E-mobile Reise mitzunehmen, startet die THS mit den ersten Fahrzeugen ihre Kampagne unter dem Namen „THS bEwegt“. Drei Standorte sind bisher für den Einsatz fest eingeplant, zwei weitere Projekte befinden sich noch in der engeren Abstimmung. Das erste Fahrzeug wird von der konzerneigenen THS Stiftung gGmbH übernommen und in Lünen-Brambauer in Zusammenarbeit mit dem dortigen Nachbarschaftshilfeverein und der SOPHIA-Service-zentrale insbesondere zur Unterstützung älterer Menschen eingesetzt. Die Ladestation soll am THS Kundenzentrum an der Brechtener Straße entstehen.
Ein weiteres E-Mobil soll in der besagten Solarsiedlung in Gelsenkirchen-Schaffrath zum Einsatz kommen und den Mietern per Car-Sharing Angebot zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit einem ortsansässigen Paten, zuständig für Koordination und Pflege, soll die Vergabe und Nutzung kooperativ zwischen den Bewohnern organisiert werden, so dass das E-Mobil bei Nahversorgung, Arztbesuch oder als Mamas „Kindertaxi“ unterstützen kann. Die Ladestation soll neben der Informationstafel des sogenannten Solarpoints aufgestellt werden und deutlich machen, dass hier CO2-frei Energie erzeugt und genutzt wird.
Gelsenkirchen erhält erste öffentliche Schnellladestation am Nordsternpark
Die erste aktive Ladestation der Aktion jedoch steht seit den letzten Wochen am Firmensitz der THS auf Nordstern und wird heute gemeinsam mit der zuständigen NRW Ministerin für Wirtschaft und Energie Christa Thoben und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski eingeweiht. Im Laufe des Sommers soll von hier aus ein THS-bEwegt-Mobil für Probefahrten zur Verfügung stehen, für die sich die Mieter über die eigens eingerichtete Website „www.ths-bewegt.de“ bewerben können. Zudem wird die Website als Informationsplattform für die THS-Kampagne dienen und dann auch über weitere E-Mobil-Einsätze und Ladestationen informieren, die derzeit noch Duisburg-Hamborn und Essen in Vorbereitung sind.
„Es ist gar nicht so einfach, die E-Mobile nebst Ladestation für private Nutzer, die nicht Eigentümer sind, verfügbar zu machen“, erläutert Ralf Radschun, bei THS für Marketing und Kommunikation zuständig und zugleich Leiter einer Arbeitsgruppe, die die Einsätze für die THS-E-Mobile plant. „Sobald wir die Stationen nicht auf eigenes Gelände setzen wollen, um den angestrebten Nebeneffekt der öffentlichen Nutzung besser erreichen zu können, gilt es, zahlreiche Partner zu integrieren, Abstimmungen und Genehmigungen zu erbringen. Hinzu kommt, dass wir immer ein Mindestmaß an Koordinations- und Steuerungsinfrastruktur vor Ort vorfinden oder aufbauen müssen. Wir gehen teilweise bewusst experimentell an die Projekte heran und werden sie zeitnah evaluieren“. Die Perspektiven sind umso spannender: Wie kann man solche Zusatzangebote zur Steigerung der Lebensqualität als Komplettangebot mit dem Wohnungsmietvertrag anbieten? Die These, dass man Lebensstile zukünftig eher mieten als kaufen wird, erhält damit eine zusätzliche, attraktive Komponente. „So etwas hat vor uns noch niemand versucht, aber wir sind überzeugt, dass `THS bEwegt´ umso mehr einen wertvollen Beitrag für die Etablierung von Elektromobilität in der angestammten `Mieterregion´ Ruhrgebiet leisten kann“, skizziert THS Chef Petzinka die Perspektive der THS und plant bereits die Ausweitung des unternehmenseigenen Elektrofuhrparks, dann auch „ganz konventionell“ für die eigenen Servicemitarbeiter.
Internetlinks zum Thema
http://www.forum-elektromobilitaet.de/
Quelle: THS