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Landesweit erste Klimaschutzsiedlung in Gelsenkirchen geplant

Modellprojekt soll auf dem Gelände des Wissenschaftsparks entstehen

Foto: Stadt Gelsenkirchen; Visualisierung: Fa. ch-quadrat, Plettenberg

Foto: Stadt Gelsenkirchen; Visualisierung: Fa. ch-quadrat, Plettenberg

Gelsenkirchen ist nun auch Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Die Solarstadt, die sich mit der „ersten Solarsiedlung des Ruhrgebiets“ und der „größten Photovoltaik-Wohnsiedlung Deutschlands“ schmücken kann, ist nun auch bei einem neuen Landesprojekt ganz vorn dabei: Als erste von „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ ist ein vorbildliches Passivhausprojekt an prominenter Stelle nun offiziell „in Planung“ gegangen: Heute (9.12.) wird das Konzept der „ersten Klimaschutzsiedlung Nordrhein-Westfalens“ im Stadtplanungsausschuss (16 Uhr, Rathaus Buer, Saal Cottbus) vorgestellt. Die neue Modellsiedlung soll zeigen, wie mit einer Kombination von Solarenergie, hohen Dämmstandards, moderner Heiztechnik und Wärmerückgewinnung in der Lüftung die Werte der aktuellen Energieeinsparverordnung um mehr als die Hälfte unterschritten werden können.

NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, die das Projekt im Oktober vorgestellt hatte, zeigt sich begeistert über die schnelle Reaktion aus Gelsenkirchen: „Es freut mich außerordentlich, dass die erste nordrhein-westfälische Klimaschutzsiedlung in Gelsenkirchen erbaut wird. In unmittelbarer Nähe zum Wissenschaftspark wird hier der Baustandard der Zukunft realisiert und zeigt eindrucksvoll den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Dieses Projekt leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze und neue Zukunftsperspektiven in der Baubranche.“

Die Landesregierung unterstützt die geplanten energiesparenden Maßnahmen wie den Passivhausstandard, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Solaranlage für die Warmwasserbereitung und die Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung mit insgesamt über 210.000 Euro.

Nach den Plänen des Architekten Helmut Mohr, Münster, sollen die Gebäude in Sichtweite des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen, der als Zentrum für erneuerbare Energien international bekannt ist, errichtet werden. Insgesamt werden vier viergeschossige Gebäude mit  56 barrierefreien Wohneinheiten zwischen 45 m² und 82 m² im Passivhausstandard entstehen. Geheizt wird durch solarthermische Anlagen in Kombination mit einer Gasbrennwerttherme. Die erzeugte Wärme wird durch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung möglichst lange im stark gedämmten Gebäude gehalten. Zur Klima schonenden Stromerzeugung werden zudem Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern installiert. Baubeginn soll im Frühjahr 2010 sein. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten – angefangen bei der Stadt Gelsenkirchen, über NRW.Urban, die EnergieAgentur.NRW und das Wirtschaftsministerium - bei diesem Modellprojekt erfolgreich weiterführen können“, sagte Architekt Helmut Mohr als Vertreter der Investoren. „In diesem Projekt bringen wir Klimaschutz, hochwertige Architektur und viel persönlichen Freiraum für die Bewohner unter den vier Dächern der Siedlung optimal in Einklang“, resümiert Mohr.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski sieht in dem Vorhaben „Wohnpark Rheinelbestraße“ nicht nur einen handfesten Beitrag zum Klimaschutz und eine gute Ergänzung zum Wissenschaftspark, sondern auch einen wichtigen Impuls für den Stadtteil. „Die Klimaschutzsiedlung ist ein idealer Auftakt für unsere städtebaulichen Erneuerungen rund um den Bau des neuen Justizzentrums  und wird die Gelsenkirchener Neustadt und die Bochumer Straße aufwerten“, sagte Baranowski. „Die Siedlung wird zeigen, dass städtebauliche Qualität und energetisch Vorbildliches entstehen kann. Ein gutes Signal aus Gelsenkirchen während der Weltklimakonferenz in Kopenhagen.“



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