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Energie- und Umweltpreis 2009 an Absolventen der Fachhochschule Gelsenkirchen verliehen

Verbesserung der Abgasreinigung bei Holzfeuerungsanlagen

Sinan Bulut (r.) nahm den Preis stellvertretend auch für Klaus Hermanns entgegen. Hermanns hat seit vielen Jahren mehrere gesundheitliche Schicksalsschläge zu bewältigen. Dennoch entschied er sich, einen Hochschulabschluss zu machen und freut sich um so mehr über den Preis. Die Ehrung übernahm Prof. Allan Jones, Geschäftsführer E.ON Engineering GmbH (li.). Mitte: Prof. Dr. Rudolf Rawe, der auch die Laudatio hielt. Foto: E.ON Engineering

Der Energie- und Umweltpreis 2009 der Gelsenkirchener „E.ON Engineering GmbH“ wurde am 17.09. an Sinan Bulut und Klaus Hermanns, Absolventen des Studiengangs Versorgungs- und Entsorgungstechnik, verliehen. Beide untersuchten in ihrer Abschlussarbeit Komponenten, die eine bestmögliche Abgasreinigung bei der Feuerung von Heizungsanlagen mit Holzpellets gewährleisten sollen.

Holzpellets ähneln optisch Katzenstreu, werden aus rohem und getrocknetem Restholz hergestellt und haben eine genormte Größe. Ihr Einsatz für Heizungsanlagen von Einfamilienhäusern wird durch die hohen Energiepreise von fossilen Energien wie Öl und Gas immer beliebter. Aus nachwachsenden Rohstoffen Energie zu gewinnen, hört sich gut an und wirkt sich momentan positiv auf den Geldbeutel der Verbraucher aus. Doch wenn zu viele Verbraucher auf das Heizen mit Holz umsteigen – denn dieser Trend hält derzeit an – birgt dies für die Umwelt eine zusätzliche Belastung: Verschmutzung mit Ruß und Staub, die mit den Verbrennungsabgasen in die Atmosphäre gelangen. Diesem Problem widmeten sich Sinan Bulut (26) und Klaus Hermanns (54) in ihrer Abschlussarbeit für den Studiengang Versorgungs- und Entsorgungstechnik an der Fachhochschule Gelsenkirchen: Sie untersuchten wie man die Abgasreinigung bei Holzfeuerungsanlagen verbessern kann und erhielten dafür den Energie- und Umweltpreis 2009 der Gelsenkirchener „E.ON Engineering GmbH“.
Dieses Thema ist nicht neu, denn im Labor für Immissionsschutz an der Fachhochschule Gelsenkirchen entwickeln, erforschen und verbessern Professor Dr. Rudolf Rawe und seine Mitarbeiter seit mehreren Jahren solche Reinigungssysteme. Innovativ ist, dass Bulut und Hermanns die unterschiedlichen Kombinationen der Filtermechanismen untersucht haben und dabei zu interessanten Ergebnissen gekommen sind.
Es gibt Reinigungsmethoden mit einem Sprühwäscher, einem Sprühwäscher bei dem der Wassersprühnebel zusätzlich elektrostatisch aufgeladen wird und einer Elektrode, die die Staubteilchen direkt auflädt und die dann aus dem Abgas herausgelöst werden können – ähnlich einem Magneten. Alle Methoden dienen dazu, dass möglichst viele Partikel, die durch die Verbrennung entstehen, gebunden werden, damit sie gar nicht erst in die Luft gelangen.
Bulut und Hermanns nutzten für ihre Messreihen den Prüfstand von Rawe, der die Abschlussarbeiten auch betreute. Diese Teststrecke für Abgasuntersuchungen ist entsprechend gesetzlich festgelegter Richtwerte genormt. Dabei wiesen sie nach, dass nur ein perfekt eingestellter Verbrennungsvorgang einen hohen Wirkungsgrad bei der Reinigung ermöglicht. Wird die Verbrennung schlechter, etwa durch zu geringe Sauerstoffzufuhr, entsteht sofort mehr Ruß. Ruß besteht aus feinsten Partikeln und je mehr davon im Abgas enthalten sind, desto schwieriger wird es, diese zu binden. Auch ein Wäscher kann da nichts mehr verbessern. Also ist eine gute Brenner-Wartung die erste Hürde im Kampf gegen Verunreinigungen. Denn über 95 Prozent der Staubpartikel bei schlechter Verbrennung sind kleiner als ein tausendstel Millimeter und können nicht erfasst werden. Dies wird jedoch erst durch die zusätzliche elektrostatische Aufladung möglich.
Durch die geschickte Kombination der vorhandenen Reinigungssysteme wird derzeit auch bei schlechten Verbrennungsbedingungen eine 85-prozentige Reinigung erreicht: Dies belegten die beiden durch wiederholt durchgeführte Versuche. Bei der Untersuchung der Reinigungsmethoden berücksichtigten Bulut und Hermanns auch die Energieeffizienz der Systeme selbst. Elektrische Aufladung brachte immer das gleiche Ergebnis, egal wie groß die Partikel sind. Sehr gut schnitt dabei die „trockene“ Aufladung der Partikel mit einer Elektrode ab. Sie verbraucht, im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten, weniger Energie bei täglichem Einsatz. Sinan Bulut und Klaus Hermanns freuen sich sehr, das Sie den Preis für ihre Arbeit bekommen haben. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert, die sich beide gerne teilen.

Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Rudolf Rawe, Fachbereich Versorgung und Entsorgung der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (0209) 9596-306 oder 9596-315 (Dekanatssekretariat)

Quelle: FH Gelsenkirchen



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