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Die Stadt der Zukunfts-Energien

Bauen&Wohnen Spezial vom 14. Juli 2011

Der Strukturwandel hat vor einigen Jahren begonnen - und zeigt bereits Erfolge

Zukunft groß geschrieben - auch im Kleinen: Gelsenkirchen trägt den offiziellen Namen "Solarstadt" und setzt beim Strukturwandel voll auf erneuerbare Energien

"Menschen können auf Dauer nur dann in Frieden, Sicherheit und frei von Armut leben, wenn Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen." Die Umsetzung dieses Zitats des ehemaligen Bundespräsidenten und NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau wird in Gelsenkirchen aktiv betrieben.

Bereits seit einigen Jahren läßt sich der Schrittweise Wandel von der "Stadt der 1000 Feuer" zur "Stadt der 1000 Sonnen" feststellen, mit dem die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung der Stadt miteinander in Einklang gebracht werden.

Gelsenkirchen arbeitet weiter an einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadt- und WIrtschaftsentwicklung. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden über 450 Solarstromanlagen installiert, darunter solch spektakuläre wie der Solarbunker. Weitere Anlagen auf kommunalen und privatn Dächern sind geplant. Die durch erneuerbare Energien produzierte Strommenge und die damit verbundene CO2-Einsparung steigen kontinuierlich.

Zwei große Windräder auf der Bergehalde in Oberscholven, in unmittelbarer Nähe zu den Kraftwerksblöcken von E.ON, zeigen sinnfällig den Wandel und das Nebeneinander von Energieerzeugung mit erneuerbaren und mit klassischen Erzeugungstechnologien. Das Ziel Gelsenkirchens ist es, in den kommenden Jahrzehnten eine Stromerzeugung soweit wie möglich - nach Ausschöpfung aller Effizienzpotentiale - aus erneuerbaren Energien zu erreichen.

In Gelsenkirchen arbeiten im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz etwa 1000 Menschen. Zusammen mit den klassischen Energietechnologien und den verbundenen Branchen ist der Energiesektor damit einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt. Dies wird nicht zuletzt von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gelsenkirchen durch das Schaffen von positiven Rahmenbedingungen weiter gefördert.

Die Stadtverwaltung nimmt ihre Vorbildfunktion aktiv wahr und bezieht heute bereits zertifizierten Ökostrom für 40 Prozent der städtischen Liegenschaften. Bis zum Jahr 2020 soll eine 100-prozentige Versorgung erreicht werden.

Derzeit liegt dem Rat der Stadt das "integrierte Klimaschutzkonzept" zur Abstimmung vor, in dem sich Gelsenkirchen zum Ziel setzt, bis zum Jahre 2020 den CO2-Ausstoß um 25% gegenüber 2008 zu reduzieren. Der Handlungskatalog des Konzepts umfasst in einer ersten Phase bis zum Jahr 2014 50 unterschiedliche Maßnahmen in den Bereichen: Kommune als Vorbild, Effizienz im Gebäudebestand, Erneuerbare Energien und Mobilität.

Zur Erreichung dieses ehrgeizigen Ziels sind alle Akteure der Stadtgesellschaft, also jeder einzelne Bürger, die Vereine und Institutionen sowie die Unternehmen gefragt. Sie sollen sich aktiv beteiligen. Im Herbst dieses Jahres wird die Stadtverwaltung zu einer Klimakonferenz einladen, um konkrete weitere Schritte zu entwickeln - und deren Umsetzung voranzutreiben.

 

Solarstadt im Revier

- Vorreiter: Anfang der 1990er Jahre hat sich Gelsenkirchen als eine der ersten Städte Deutschlands auf den Weg ins Sonnen-Zeitalter gemacht und ist heute als "Solarstadt Gelsenkirchen" bekannt.

- Diesen Namen trägt darum auch das gemeinsame Zukunftsprojekt der Stadt und des Wissenschaftsparks. Die Initiative fördert den Strukturwandel weg von Bergbau und Stahl und hin zur Zukunftstechnik Solarenergie. Durchgeführt wird mit unterschiedlichen Partnern auch eine Vielzahl von Initiativen und Projekten - neben Demonstrationsanlagen unter anderem auch ein Solarstammtisch sowie Kinder-Exkursionen "Von der Kohle zur Sonne".

- Nicht nur die Solarindustrie spielt eine große Rolle in der Stadt - auch Wärmepumpen werden hier vor Ort produziert oder Windkraftanlagen für die ganze Welt geplant. Weshalb sich die Marke "Solarstadt Gelsenkirchen" inzwischen auch den Zusatz "Stadt der Zukunftsenergien" verdient hat.

- Mehr Infos zur Solarstadt und ihren verschiedenen Aktivitäten gibt es im Internet unter www.solarstadt-gelsenkirchen.de



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