

Nun ist es vollbracht: 4.000 Module und 100 Wechselrichter sind montiert, 20 Kilometer Gleichstromkabel verlegt. Planmäßig konnten die Bauarbeiten an der größten Solaranlage Gelsenkirchens abgeschlossen werden. Seit heute fließt an insgesamt sieben Einspeisepunkten Ökostrom ins Netz.
Erst in der vergangenen Woche hatte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Baranowski mit den Geschäftsführern der Emscher Lippe Energie (ELE) und der Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW), Kurt Rommel und Ulrich Köllmann, eigenhändig das 3.000 Modul auf den Dächern des hemaligen Großmarktes in Ückendorf verschraubt. ELE und GEW gründen derzeit eine gemeinsame Gesellschaft zum Betrieb der Photovoltaikanlage.
Unter einem besonders guten Stern standen seither die Arbeiten auf der Baustelle: Auf Hochtouren liefen die Montagearbeiten des Generalunternehmers, der Gelsenkirchener abakus solar AG, und der ausführenden Handwerksbetriebe. WM-Euphorie und Kaiserwetter gaben zusätzlichen Schwung, so dass die Anlage termingerecht fertiggestellt wurde und ans Netz gehen konnte. Seit heute Mittag speist die 911-kWpeak-Anlage Ökostrom ins Gelsenkirchener Stromnetz ein.
„Wir freuen uns, ELE und GEW im Ausschreibungsverfahren überzeugt zu haben. Für uns als alteingesessenes Photovoltaik-Systemhaus war es natürlich wichtig, diese größte Anlage in Gelsenkirchen an unserem Stammsitz als Generalunternehmer zu bauen“, so Heiner Breuer, Leiter des Geschäftsbereiches PV-Projekte und Vorstandsmitglied der abakus solar AG. Der Strom wird gewonnen durch polykristalline Module des taiwanesischen Herstellers AU Optronics Corp. (AUO), einem strategischen Partner von abakus. Nun freut sich Heiner Breuer über das gute Gelingen und vor allem über die kurze Montagezeit: „Eine Anlage dieses Ausmaßes in nur sechs Wochen Kernbauzeit fertigzustellen wurde nur möglich durch das von unserem Haus neu entwickelte Flachdach-Aufständerungssystem ‚touch fix 15’. Recycling-Kunststoff-Träger werden auf Flachdächern ohne Durchdringung aufgelegt und aerodynamisch verkleidet. Aber auch das Team unseres Subunternehmers Elektroanlagen Muß, hat bestens funktioniert.“
Heute war es dann soweit: Ohne große Zeremonie und den meist doch nur symbolisch ausgeführten Druck auf den „Roten Knopf“ ging die Anlage in Betrieb und speist seitdem Strom ins Netz der ELE Verteilnetz GmbH. Ein von allen Beteiligten heiß ersehnter Moment, denn schließlich sollte die Anlage möglichst früh ans Netz gehen, um noch einen großen Teil der diesjährigen Sommer-Sonnen-Ernte einzufahren. Und über die geplante Reduzierung der Einspeisevergütung nach EEG zum 1. Juli 2010 ist noch nicht abschließend entschieden. „Deshalb war es von Anfang an unser Ziel, vor dem 1. Juli fertig zu werden“, erklärt GEW-Geschäftsführer Ulrich Köllmann. Das ist dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten nun auch gelungen. Damit blicken wir für unsere Betreibergesellschaft optimistisch in die Zukunft.“
Die termingerechte Fertigstellung des Sonnenkraftwerkes war sicherlich nicht nur im Sinne der aktuell in Gründung befindlichen neuen Gesellschaft von ELE und GEW, sondern auch der künftigen Anteilseigner. Denn schon in Kürze sollen Kunden der ELE und der Sparkasse Gelsenkirchen die Möglichkeit erhalten, sich mit dem „Gelsenkirchener SolarSparkassenbrief“ an der Anlage zu beteiligen und sich auf diesem Wege nicht nur für den Umwelt- und Klimaschutz aktiv zu engagieren, sondern auch von einer attraktiven Festverzinsung des investierten Kapitals zu profitieren. Und dann wartet die größte Solaranlage Gelsenkirchens nur noch auf möglichst viel Sonne über Ückendorf.